Anleihen und deren Zinsen

Ein Anleger verspricht natürlich sich einiges an Gewinnen von seinen Anleihen. Wie sehen die Zinsen in der Praxis aus?

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Anleihen, die alle mehr oder weniger Gewinne versprechen:
Bankschuldverschreibungen, auch bekannt als Kommunalobligationen oder Pfandbriefe, sind Anleihen von Hypotheken- oder öffentlich-rechtlichen Banken. Diese Bankschuldverschreibungen sind sicher – allerdings ist die Rendite dementsprechend. Die Zinsen, die auf Bankschuldverschreibungen ausbezahlt werden, sind sehr niedrig; zumindest für Anleihen. Gegenüber anderen Anlagen sind die Zinsen recht hoch.

Staatsschuldverschreibungen, auch Bundesanleihen genannt, sind öffentliche Anleihen, die durch den Bund, die Länder oder durch Städte ausgegeben werden. Auch diese Staatsschuldverschreibungen sind, wie alle öffentlichen Anleihen, sicher. Das minimale Risiko sorgt dafür, dass man derzeit für diese Anleihen um die vier Prozent Zinsen erhält.

Anleihen von Unternehmen und der Industrie, so genannte Industrieobligationen, eröffnen den Unternehmen eine attraktive Möglichkeit, um an finanzielle Mittel heranzukommen. Für diese Kapitalbeschaffung zahlen Unternehmen geringere Zinsen, als wenn sie sich für ihre Investitionen entschließen würden, einen Kredit aufzunehmen. Deshalb sind diese Industrieobligationen für Unternehmen sehr beliebt.

Wie attraktiv diese Anleihen für den Anleger sind, bewerten verschiedene Rating-Agenturen. Eine Aufstellung zeigt dem Anleger alle wichtigen Informationen. Fällt das Rating höher aus, hat das Unternehmen, der Emittent, die Pflicht, die Zinsen zu erhöhen. Wieder entspricht das Risiko den Zinsen; bei den Industrieobligationen fallen die Zinsen häufig sehr hoch aus – mit ihnen allerdings auch das Risiko eines Verlustes. Hier befindet man sich wieder im reinen Spekulationsgeschäft.

Auch ausländische Staats- oder Unternehmensanleihen sind möglich; die so genannten Auslandsanleihen. Werden diese Auslandsanleihen nicht in der Währung des Euros notiert, besteht hier das Währungsrisiko. Dem Risiko entsprechend sind die Zinsen relativ hoch.

Daneben gibt es noch folgende Sonderformen der Anleihe: Junk Bonds, auch Ramschanleihe genannt, High-Yield-Anleihe, Optionsanleihe, Aktienanleihe und die Wandelanleihe. Auch hier verhalten sich die Zinsen steigend, wenn das Risiko entsprechend hoch ist.